Projekt 112

Jeder in Europa muss über die einheitliche Notrufnummer 112 kostenlos die Hilfe der Feuerwehr, medizinischer Hilfsdienste und der Polizei anfordern können.

In Belgien wird die Einführung dieser europäischen Notrufnummer zu Veränderungen auf vier Ebenen führen:

  • Alle Telefonisten in den Notrufzentralen (mit Ausnahme der entsandten Feuerwehrleute und der Disponenten der Polizei) müssen ein föderales Statut erhalten.
  • Alle Notrufzentralen müssen von derselben technologischen Plattform unterstützt werden.
  • Pro Provinz und für den Bezirk Brüssel-Hauptstadt wird es je eine Notrufzentrale geben. Die Telefonisten und Calltaker in den 112/100-Z und in den KIZ 101 arbeiten am gleichen Ort, sodass sie einfacher Informationen austauschen können.
  • In absehbarer Zeit werden alle Notrufe von multidisziplinären Calltakern entgegengenommen, die die erforderlichen Infos an die Disponenten der betreffenden Hilfsdienste weiterleiten (die Notrufzentralen 112/100 und 101 werden Schritt für Schritt verschmelzen).

Inzwischen haben alle Telefonisten und Calltaker in den Notrufzentralen dasselbe föderale Statut und arbeiten die Notrufzentralen 112/100 und 101 in vier Provinzen (Namur, Ostflandern, Westflandern und Flämisch-Brabant) jeweils im selben Gebäude und mit derselben Technologie.

Das Umschalten auf die gemeinschaftliche CAD-Technologie (Computer Aided Dispatching) von "ASTRID" ist schwieriger als ursprünglich gedacht. Daher sind zunächst einige Probleme zu lösen und Verbesserungen vorzunehmen, ehe die anderen 112/100-Z an dieselbe technologische Plattform angeschlossen werden. Diese arbeiten inzwischen weiter mit der Dispatch-Technologie AEG/CityGIS.

Das Projekt 112 wird vom Föderalen Öffentlichen Dienst Inneres, vom FÖD Volksgesundheit und von der integrierten Polizei durchgeführt.

Optimierung der Arbeitsweise der Notrufzentralen

Die Direktion 112 der Generaldirektion Zivile Sicherheit arbeitet zusammen mit ihren Telefonisten, Calltakern, dem Föderalen Öffentlichen Dienst Volksgesundheit und der integrierten Polizei ständig an der Modernisierung und Optimierung der Arbeitsweise der Notrufzentralen. Wichtige Projekte sind beispielsweise die Zurverfügungstellung der Notrufnummer 112 für Gehörlose und Schwerhörige sowie das Projekt eCall.

Notrufnummer für Schwerhörige

Der Föderale Öffentliche Dienst Volksgesundheit und der Föderale Öffentliche Dienst Inneres sowie die integrierte Polizei haben dafür gesorgt, dass die Notrufzentralen auch per SMS erreichbar sind.

Dieser Dienst ist kostenlos und Gehörlosen, Schwerhörigen und Personen mit einer Sprachbehinderung vorbehalten. Es ist vorläufig nicht möglich, eine SMS an die üblichen Notrufnummern 112, 100 und 101 zu verschicken, wohl aber an spezifische Nummern, die per E-Mail oder SMS angefordert werden können. Besuchen Sie www.112.be/sms für mehr Informationen.

eCall

eCall ist ein elektronisches Verkehrssicherheitssystem, das bei einem Autounfall die Notdienste alarmiert, selbst wenn Fahrer und Fahrgäste bewusstlos sind.

Die EU hat die Einführung von eCall für neue Fahrzeugmodelle ab 2017 auferlegt. Daher ist Belgien am 14. Januar 2013 dem "Harmonised eCall European Pilot Project" (HeERO) beigetreten, mit dem verschiedene Mitgliedstaaten sich auf die Einführung des europäischen Systems vorbereiten.

In der Praxis werden eCall-Alarme manchmal auch ausgelöst, wenn kein echter Notfall vorliegt oder wenn kein Eingreifen der Hilfsdienste erforderlich ist. Um zu vermeiden, dass die Notrufzentralen durch diese Art Anrufe überlastet werden, prüft Belgien ein Konzept, das eine vorherige Filterung der eCalls ermöglicht. Diese Filterung wird bewirken, dass nur tatsächliche Notrufe die Notrufzentralen erreichen. Solange kein europaweiter eCall-Standard festgelegt ist und eine vorherige Filterung nicht stattfinden kann, erhalten private Dienstleister in Belgien keinen Zugang zu den Notrufzentralen.