Android-Handys und Smartphones dank App "112 BE" nun automatisch von Notrufzentralen geortet

Notrufzentralen 112
Informationskampagne

Wer ein Android-Handy mit belgischer SIM-Karte besitzt, kann von den Notrufzentralen 112 und 101 genau geortet werden, und zwar über die Advanced Mobile Location (AML), einer Ortungstechnologie, die die Ortungsmöglichkeiten des Geräts nutzt, um in einem Notfall automatisch die Position an die Notrufzentralen zu senden. Der FÖD Inneres und die EENA (European Emergency Number Association) fordern bereits seit 2015 von den Herstellern und Anbietern von Smartphones, die AML einzuführen. Einstweilen sieht nur Android diese Funktionalität vor.

Erwin Hertens, Leiter des Projekts 112: "Zunächst konnten die Notrufzentralen Anrufe nur über das Festnetz automatisch orten. 2016 machte die Zahl der Anrufe über das Festnetz jedoch weniger als die Hälfte der Notrufe aus. Nunmehr kann die Notrufzentrale auch Notrufe mit einem Android-Gerät und/oder einem Smartphone mit der neuen App 112 BE automatisch orten, wodurch die Hilfsdienste schneller alarmiert werden können. Die Standortbestimmung ist unerlässlich, um die Hilfsdienste alarmieren zu können; dennoch ist es wichtig, dem Telefonisten die Adresse auch mündlich mitzuteilen oder zu bestätigen."

Wer ein iPhone hat, muss die App 112 BE herunterladen, damit sein Standort automatisch übermittelt wird. Die App ist für iPhone- und Android-Benutzer verfügbar und hat gegenüber der AML den zusätzlichen Vorteil, dass während des Telefonats alle 30 Sekunden ein Update des Standorts gesendet wird. Andere Vorteile der App 112 BE bestehen unter anderem darin, dass sie zusätzliche Informationen sichtbar macht, die bei der Registrierung eingegeben wurden, und dass der Telefonist in Ausnahmefällen, wenn die Umstände kein Sprechen ermöglichen, eine Chat-Funktion aktivieren kann.

Die AML und die App 112 BE sind bis zu 4 000 Mal genauer als die herkömmliche GSM-Ortung. Bei der herkömmlichen Standortbestimmung wird den Notrufzentralen die Reichweite des Mobilfunkmasts angegeben; aber in ländlichen Gebieten kann es sich um Bereiche handeln, die mehrere Quadratkilometer groß sind - zu groß, um einen Standort genau zu bestimmen. Falls keine genaue Adresse mitgeteilt werden kann, muss der Telefonist Fragen über Orientierungspunkte in der Nähe (Parkzone, Denkmal, ...) stellen, bis er den Standort identifiziert hat und die Hilfsdienste alarmieren kann. Mit der AML und der App kann hier kostbare Zeit gewonnen werden.

Beispiel der Ortung eines Anrufs vorher und nachher in einem städtischen Gebiet.

Seit dem Start der App 112 BE und der Einführung der AML-Funktion Ende Juni hat sich der Nutzen der automatischen Ortung bereits mehrmals erwiesen. So zum Beispiel benötigte eine Gruppe Wanderer in der Provinz Lüttich am Montag, dem 3. Juli dringend Hilfe, da ein Kind gefallen war und sich ein Bein gebrochen hatte. Als sie aus dem Wald traten, konnten sie keine Adresse mitteilen; doch sie wurden problemlos geortet und so konnten die Hilfsdienste zum nächstgelegenen Weg geschickt werden.

Die Standortdaten per AML werden den Notrufzentralen erst dann gesendet, wenn die Notrufnummern 112 oder 101 angerufen werden. Sie dienen lediglich der schnelleren Ortung des Zwischenfalls und werden weder vom Provider noch von den Hilfsdiensten gespeichert.
 

 

eva.burm@ibz.fgov.be